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16.11.2022 Fußballspielen in Katar

Während die 27. Weltklimakonferenz in Ägypten stattfindet und Staaten um die Einhaltung von Grenzwerten ringen, den CO2 Ausstoß zu vermindern versuchen und über Entschädigungen für die am stärksten vom menschengemachten Klimawandel Betroffenen nachdenken ( viel mehr als Nachdenken wird nicht passieren), findet kurze Zeit später in Katar ein energieverschlingendes und mengenmäßig CO2 freisetzendes Mega-Event statt: die Fußball WM.

Ist das unsere Zukunft? Die Einen sitzen in klimatisierten Stadien inmitten der Wüste und genießen gekühlte Drinks, derweilen den Anderen Hab und Gut ( durchaus auch ihr Leben ) durch den steigenden Meeresspiegel weggeschwemmt wird oder sie das Pech haben, in Regionen zu leben, die in Jahren, maximal in Jahrzehnten, wegen ihrer Temperaturen oder anderer Umweltbedingungen nicht mehr bewohnbar sein werden?

Zum Thema Ungleichheit:

Atlas der Ungleichheit, erschienen bei Le monde diplomatique, 2022

16.10.2022 Der Terror gegen den Terror gegen den Terror gegen den Terror gegen …..

So schnell kann es gehen, das aus einem einigermaßen friedvollen Miteinander in Europa ein streitsüchtiges kriegerisches Gegeneinander wird. So viele gibt es jetzt, die immer schon gewusst haben, dass man denen (wem auch immer, vorzugsweise den Russen) nicht trauen kann. Wir fangen an, uns unsere Sandburgen gegenseitig kaputt zu schlagen (Sabotage an den Nordstream Röhren, Sprengung der Krim Brücke, Aggression gegen Kiew). Die Angst macht sich breit, wie verwundbar wir doch sind. Die Prepper haben’s immer schon gesagt. Man rät uns, Lebensmittel und Wasser zu bevorraten. Der Terror schleicht in unsere Herzen.

Aber die Wahrheit ist doch: Sicherheit in dem von uns gefühlten Maße ist einfach nur eine Illusion.

Uppsala Conflict Data Programm (UCDP) entnommen der SZ vom 13.10.2022

08.09.2022 Aktuelle Veröffentlichung des Club of Rome

In der neuen Veröffentlichung des Club of Rome finden sich unbequeme Wahrheiten und dringende Handlungsempfehlungen.

Absolut lesenswert!

https://www.clubofrome.org/publication/earth4all-book/

Zwei entscheidende Gedanken seien herausgegriffen:

Unerlässlich für die Zukunft der Menschheit ist die Verminderung der sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheit innerhalb der Welt. Nichts weniger als ein neues Wirtschaftssystem ist hierfür erforderlich.

Zweitens: Trotz der unglaublich großen Herausforderung der Aufgaben, die auf uns zukommen, besteht Hoffnung. Wir können es schaffen. Dazu bedarf es vor allem: eines Hoffnung/Optimismus.

Pessimismus ist keine Option, denn Pessimismus wird uns dazu verleiten, nichts zu tun. Und das ist es vermutlich, was sich das herrschende Wirtschaftsmodell wünscht: weitermachen wie bisher.

Bis zum Untergang.

Leider erfahren wir gerade, dass es in unserer Welt eine fortschreitende Blockbildung zwischen West und Ost gibt. Und das ist gerade das, was wir zur Lösung unserer Probleme an wenigsten brauchen können.

22.08.2022 Fisch ist gesund

Das Fischsterben in der Oder nimmt endzeitliche Ausmaße an. Wie in einem biblischen Untergangs-Szenario treiben tonnenweise tote Fische in dem Fluß. Wieder sehen wir nur dass, was an der Oberfläche passiert. Der Todeskampf der Tiere und das biologische Armageddon der für uns unsichtbaren Klein- und Kleinstlebewesen ist nicht sichtbar. Es ist das Ende eine Ökosystems, von dem wir nicht sagen können, wann und ob es sich überhaupt wieder erholt. Es gibt trotzalldem Pläne, die Oder besser schiffbar zu machen, um Kohle (sic!) zu transportieren. Welche Verheerungen Flußbegradigungen und welche Schäden an den Au-Landschaften entstehen, wissen wir.

Das sog. 1,5 Grad Ziel ist heute schon nicht mehr haltbar. Es soll bitte keiner sagen, er oder sie oder es hätte es nicht gewußt.

02.08.2022 Die Wälder verbrennen und das Brennholz wird knapp

Damit wir im Winter nicht frieren ( möglicherweise statt 22 Grad nur 18 Grad) versorgen wir uns jetzt mit Holz Öfen und dem dafür notwendigen Brennholz. Beides, so liest man, wird knapp. Wir sollten eigentlich wissen, wie umweltschädlich viele einzelne Feuerstellen sind. Ein Blick auf die brennenden Wälder in Europa sollte uns begreiflich machen, dass wir nicht zusätzlich Holz verbrennen dürfen, wenn wir den menschengemachten Treibhauseffekt nicht weiter verstärken wollen. Das wollen wir doch, oder?

entnommen: Thunberg, G. 2022, Das Klimabuch

Aber nein, wir denken sogar über Fracking in Deutschland nach. Also der Bayer denkt nach über Fracking in Niedersachsen.
Die Panik über eine Energie-Mangel Situation treibt skurrile Blüten, wie einen Wiedereinstieg in die Atomenergie. Die Reserven an Atom Brennstoff sind begrenzt, die Beschaffung langwierig und Rußland hat auch hier grossen Einfluss. Was macht Atomstrom dann so interessant? Wir sehen an Frankreich, welche Probleme eine Abhängigkeit von der Atomenergie bringt. Viele französische Meiler haben techn. Probleme und sind abgeschaltet. Im Sommer können sie zudem oft nicht genutzt werden, wenn die Temperaturen steigen und kein Kühlwasser aus Flüssen verfügbar ist. Das hindert uns nicht daran, die Laufzeiten zu verlängern.

Der Wassermangel lässt die Pegelstände der Flüsse zudem sinken. All das wird nicht besprochen, sondern der Eindruck wird befördert, es müsse nur jemand im Atom-Strommeiler den grossen Schalter auf ON stellen, und es wäre Alles gut. Das kann doch nicht so schwierig sein, wenn man nur will.

Und doch sind dies alles europäische Luxusprobleme. Unser Hunger nach Energie bringt den globalen Süden in grosse Bedrängnis, weil hier die steigenden Preise z.B. für Flüssiggas nicht mehr bezahlt werden können. Die existentielle Notlage, von der wir weit entfernt sind, ist dort Realität. Ich glaube aber nicht, dass deshalb ein Aktionär eines Energiekonzerns, die grosse Renditen erzielen, schlecht schläft

14.07.2022 Die Pandemie ist vorbei?

Wir haben nichts gelernt?
Oder doch, wir wissen eine Menge mehr über das Corona Virus!
Aber das wir einen Plan, eine Strategie hätten, um mit der aktuellen oder folgenden Pandemien umzugehen, davon kann nicht die Rede sein.

Keine Task force für künftige Gross-Schadensereignisse wurde gegründet. Der Katastrophenschutz wurde nicht reformiert, die Katastrophe im Ahrtal wurde halbherzig aufgearbeitet. Die Rettungsdienste, das Personal der Krankenhäuser, die Feuerwehren, sie alle warten auf eine Anerkennung ihrer Arbeit, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, auf ein Licht am Ende des Tunnels.

Wir haben nichts gelernt, ausser vielleicht, dass es im Ernstfall immer den Einen oder die Andere gibt, die sich an der Not anderer Menschen bereichern.……und das sogar für richtig halten.

30.06.2022 Weltweiter Cannabis-Konsum steigt

Eine Möglichkeit, sich der unerfreulichen Wahrheit zu entziehen ist eine Flucht in die Sucht. Das ist nichts Neues, das haben wir Menschen schon immer getan. Auch Tiere wissen die berauschende Wirkung von vergorenen Früchten zu schätzen. Wir aber synthetisieren immer neue und raffiniertere Drogen. Verzweifelt behaupten Menschen sogar, es gebe ein naturgegebenes Recht auf Bewusstseinserweiterung. (Quelle: Statista.de)

Die Einen verdienen daran, die Anderen gehen irgendwann daran zu Grunde. Dabei wäre es so wichtig, mit wachem Kopf die Umstände dieser Welt zu betrachten und Veränderungen zu beginnen. Wäre……..

22.06.2022 Wirtschaftswunderland ist abgebrannt

Wir beginnen ganz langsam (viel zu langsam) zu begreifen, dass unser grenzenloser, gieriger, ja geradezu verzweifelter Konsum nicht funktionieren wird. Es wird nicht möglich sein, alles und sofort bekommen zu können. Kein Fahrrad Kurier, von welcher Firma auch immer, wird mir in 10 Minuten eine neue Welt liefern können. Die Welt teilt sich zunehmend in die Herrschenden/Besitzenden und die ungleich grössere Zahl der Dienenden/Verarmenden. Wir haben in Europa Probleme, die sich andere Menschen wünschen würden (first world problems). Wir sind so in unserem Dunstkreis gefangen, dass wir gar nicht verstehen wollen, dass es Milliarden von Menschen im globalen Süden tagtäglich um das nackte Überleben geht. Wir diskutieren hingegen darüber, ob wir im Winter die Heizung 2° runter drehen sollen, beziehungsweise wie lange man moralisch vertretbar duschen darf (mit warmen Wasser).

01.06.2022 Die Klimakrise ist gelöst

Wir wissen, dass es nicht so ist. Wir stecken den Kopf in den Sand. Bei dem Wassermangel, den wir erwarten, haben wir bald mehr als genug Sand zur Verfügung.

entnommen: Thunberg, G. 2022, Das Klimabuch

Wenn wir nicht mehr darüber sprechen, erscheint das Problem des Klimawandels nicht mehr vorhanden. Wir subentionieren Benzin und Diesel, damit die tonnenschweren Hybrid- SUV‘s ohne Tempolimit über die bundesdeutschen Autobahnen rasen können. Mit den plug-in-Hybrid Monstern verhält es sich so, wie ehemals mit der Trickserei bei den Abgaswerten. Sie dienen dem guten Gewissen ( und dem Geldbeutel) des Besitzers, aber nicht der Umwelt.
Ein Tempolimit wird weiterhin nicht erwogen.

Die Rettung vor allen Klimaproblemen sehen wir in den Elektroautos. In keiner Weise wird diskutiert, dass Elektromobilität ganz neue und nicht minder schwerwiegende Probleme mit sich bringen wird. Da wäre die Rohstoffbeschaffung, das Recycling und auch das Problem: was tun, wenn die Batterie brennt und hoch giftige Flusssäure entsteht. Darauf ist bislang noch niemand ausreichend vorbereitet.

Für eine kurze Zeit gibt es das 9-Euro Ticket. Von einer langfristigen Strategie zum Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs hören wir nichts. Ein 100 Milliarden Euro-Paket zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs wird nicht diskutiert. Das zuständige Bundesministerium für Digitales und Verkehr wird geleitet von der FDP.

Der Partei, die glaubt, das freie Spiel der Kräfte auf dem Markt würde alles zur Zufriedenheit regeln. Nach alldem, was wir erleben, ist das ein Irrglaube. Wir sollten uns von der Illusion verabschieden, dass es möglich wäre, den Markt in irgendeiner Weise zu regulieren. Wird das Benzin subventioniert, machen die Erdölkonzerne doppelt Gewinn. Ich bezahle, wenn ich tanke und ich bezahle als Steuerzahler.

13.05.2022 Das Keulen – Dilemma

Nur wenn meine Keule größer ist als deine, kann ich dir ungestraft auf den Kopf hauen. Allerdings kann ich mir nie sicher sein, das es so ist. Deshalb bemühe ich mich immer weiter um eine größere Keule.

Das Dilemma ist: Dir geht es genauso.

Wir hören staunend Generälen zu, die von Strategie, Waffengattungen und Frontlinien berichten. Auch ehemals pazifistische Politiker lernen schnell, die Sprengkraft von panzerbrechender Munition zu beurteilen. Das Militär darf wieder selbstbewusst sprechen.

Die Sprache wird gewalttätig. Erst die Sprache, dann das Tun.

Bislang haben wir unsere Bundeswehr nur als hochfinanziertes Pleiteunternehmen erlebt, mit maroder Ausrüstung bis hin zu fehlenden warmen Unterhosen. Pro Jahr benötigt dieses Desaster einen Etat von aktuell über 40 Milliarden Euro. Nun soll dieses Problem mit einer zusätzlichen 100 Milliarden-Finanzierung gelöst werden. So als könnte mehr Geld die ganz offenbar bestehenden strukturellen Probleme lösen. Im Ausland genießen unsere Rüstungsgüter allgemeine Anerkennung, wir selbst haben Gewehre mit Ladehemmung, Flugzeuge, die nicht fliegen und Schiffe, die nicht in See stechen können. Das erscheint merkwürdig.

Dabei frage ich mich, was an einem Rüstungsgut gut ist?

Die Rüstungsausgaben steigen kontinuierlich weiter an. (SIPRI Report)

Wer den Sinn von Militär anzweifelt, wird als unverbesserlicher, dümmlicher und lebensfremder Pazifist beschimpft. Wie bewerte ich dann aber als Christ das Leben und Wirken von Jesus?

Als hätte das ‚Gleichgewicht des Schreckens‘ in den vergangenen Jahrzehnten Konflikte vermeiden können. Als wäre irgendeine militärische Intervention erfolgreich gewesen. Es wird wieder aufgerüstet und wir spielen sogar mit dem Gedanken an einen lokal begrenzten atomaren Schlagabtausch.

Deutschland hat im vergangenen Jahrhundert zweimal federführend an einem Weltkrieg mitgewirkt, wir sollten sehr genau überlegen, was wir tun.

29.04.2022 Krieg in der Ukraine

Wir versuchen paralysiert, die vielen Fragen zu beantworten.

Warum Krieg?

Welchen Ausgang nimmt der Konflikt? Warum werden wir nicht endlich klüger?

Wenn es Antworten gibt, dann sind sie hilflos, mehrheitlich verzagt.

Die professionellen Antwortgeber verstecken sich hinter wohlklingenden Buchstaben, hinter Phrasen, die keinen Sinn ergeben.

Alle sind bemüht das, was nicht verstanden werden kann, zu erklären.

Die zwanghaften und ungenügenden Erklärungen sind Teil des Problems.

Die banale Erkenntnis lautet:

Ein Krieg kann nicht gewonnen werden.

Von Niemandem und Niemals.

Ein Krieg ist die Grundlage für den Folgenden.

Ein Krieg ist die Grundlage von Leid, Elend und Haß.

Die aktuelle Diskussion darum, ob und welche Waffen an die Ukraine geschickt werden sollen, bemüht Moral, geschichtliche Vergleiche und rationale Begründungen. Die Diskutanten hauen sich ihre offenen Briefe um die Ohren und hören sich nicht zu.

Das grundlegende Missverständnis ist: Wir bewegen uns nicht auf der Ebene des Logos, sondern wieder nur auf der Instinkt-Ebene und verbreiten den Mythos davon, es gäbe rationale Begründungen für unser Handeln.

Unser Credo: Der Gegner handelt irrational, wir selbst sind die Rationalität in Person.

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