17.11.2023 und sie heizen und heizen und heizen….
Der aktuelle Bericht der Weltwetterorganisation beschreibt, dass wir im vergangenen Jahr wieder kräftig CO2 freigesetzt haben, nämlich 37 Milliarden Tonnen CO2. Damit heizen wir die Atmosphäre auf und verstärken den menschengemachten Treibhauseffekt. So sägen wir an dem Ast, auf dem wir angeblich so sicher sitzen. (Bericht des WMO)(taz).
Glaubt eigentlich irgendjemand, dass wir das 1,5 Grad Ziel noch einhalten können? Nein, sicher nicht. Und es interessiert auch niemanden
Eine aktuelle Veröffentlichung der UNEP (UN Environment Programme) schreibt im Bericht für 2023, dass wir, wenn wir nicht unsere Bemühungen verstärken, bei einer geschätzten Erwärmung von 2,5 – 2,9 Grad Celsius ankommen werden. Die Welt wird dann anders aussehen, ganz anders.
Die deutsche Politik beschäftigt sich derweilen mit der akademischen Frage, wieviele Schulden wir machen dürfen. Ich denke, die wirklich dramatischen Schulden, die wir in der Vergangenheit gemacht haben und jeden Tag vermehren, die sehen wir gar nicht. Und wir werden sie auch nicht begleichen müssen, sondern unsere Nachfahren.

Wie die Grafik des Global Carbon Project 2022 verdeutlicht, sind nur Krisen dazu in der Lage, den CO2 Ausstoß kurzfristig zu bremsen.
Sollte uns das nachdenklich stimmen?
Sollte es uns nachdenklich stimmen, wenn unsere Bundesregierung behauptet, sich energisch für den Klimaschutz einzusetzen, andererseits aber weiterhin Millionen an Subventionen in klimaschädliche Investitionen geplant und bewilligt werden. (Veröffentlichung bei Oilchange International).
08.11.2023 Kosten von heute, Schuld von morgen
Es genügt wohl nicht, dass wir in kriegerischen Konflikten menschliches Leid produzieren. Gleichzeitig erzeugen wir ungeahnte und bislange unbeachtete wirtschaftliche Kosten bei der Erzeugung und Verwertung unserer Nahrung. Dies gewinnt insbesondere Bedeutung in Anbetracht der Endlichkeit unserer Resourcen. Ganz abgesehen von der zunehmenden globalen Ungleichheit. Eine aktuelle Studie der Food and Agriculture Organization of the United Nation weist auf die dringende Notwendigkeit hin, die immensen versteckten Kosten für die Welternährung zu analysieren und dann in der politischen Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. (Zusammenfassung in dt. Übersetzung)
15.10.2023 Das Übel Mann
Wieder einmal haben Männer in ideologischem und religiösem Wahn unaussprechliche Gewalt an unschuldigen Zivilisten verübt. Das Massaker der Hamas in Israel ist zutiefst unmenschlich und durch keine, wirklich gar keine Rhetorik gerecht zu reden. Es ist barbarisch. Es kann auch keinen Gott oder Propheten geben, der ein derartiges Handeln rechtfertigt. Und wie immer sind alte Menschen, Frauen und Kinder die völlig unschuldigen Opfer der größenwahnsinnigen, sich im Blutrausch befindlichen Männer. Natürlich werden auch Männer zum Opfer.
Putins grausame Söldner, die Gräuel der Boko-Haram, 9/11, die Huthi Milizen im Jemen, das Massaker von Srebrenica, die Untaten der Nationalsozialisten, die Liste wird immer länger und blutiger.
Grenzenlose, hirnlose Männergewalt ist das Problem für ein Überlebens unserer Spezies. Und wir erleben gerade, wie Aggression und Gewalt wieder gerechtfertigt werden und unser Zusammenleben zunehmend bestimmen.
15.09.2023 Unser tägliches Gift…..
Massenhaft in die Umwelt freigesetzte Chemikalien bedrohen unsere Gesundheit, wie eine Publikation der European Environment Agency aktuell feststellt.
Hierbei handelt es sich u.a. um BPA, Bisphenol A, eine Chemikalie, die weltweit in massenhaftem Gebrauch ist und auch in niedrigen Konzentrationen zu gesundheitlichen Problemen beim Menschen führt. BPA wird als endokriner Disruptor bezeichnet, weil diese Chemikalie mit dem Hormonhaushalt des Menschen interagiert, und so auch in der Schwangerschaft den Fetus betreffen kann.

Die Abbildung entstammt der Publikation.
Leider gibt es eine Vielzahl von Chemikalien, die einzeln, oder schlimmer noch in Kombination, eine Bedrohung der menschlichen Gesundheit darstellen.
Siehe hierzu auch das Buch von Theo Colborn.
Siehe auch das Wingspread Statement von 1996.
12.09.2023 Vorwärts in die Vergangenheit
In Indien wurde beschlossen, dass die Evolutionstheorie von Darwin (und anderen Wissenschaftlern ) nicht mehr in den Schulen (im Gegensatz zu den Universitäten) gelehrt wird. Eine Begündung hierfür ist, dass kein Mensch es gesehen hat, wie er sich vom Affen entwickelt hat. Das Argument erscheint unwiderlegbar. Und damit sind die religiösen Fanatiker in Indien nicht allein auf der Welt. (Ernst Peter Fischer im Interview, 2017).
Ein ähnlich merkwürdiges Verständnis von Wissenschaft und Sinnhaftigkeit liegt bei unserem Verkehrsminister Wissing vor, der gegen alle Vernunft die sog. e-Fuel Technologie, wir sind ja alle so Technologie offen…, koste es was es wolle, ausbauen will. Nur damit unsere ebenfalls rückwärtsgewandte Automobilindustrie den Verbrenner-Motor nicht sobald beerdigen muß. (BMDV, DUH)
Gleichwohl sinnvoll wäre es, einen modularen Atomantrieb für unsere PKW und LKW erforschen und entwickeln zu wollen. Obwohl: bei einem Unfall mit Austritt von radioaktivem Material müßte eine Bundesautobahn dann nicht nur Stunden, sondern Wochen bis Monate komplett gesperrt werden. Die Vorstellung sollte einem Klimakativisten eigentlich gefallen.
27.08.2023 Das falsche Tun
Bevor wir anfangen, auch nur darüber nachzudenken, das Richtige zu tun, wäre es schon extrem hilfreich, wir würden umgehend aufhören, wissentlich und fahrlässig das Falsche zu tun.
Also beispielsweise: bevor alle Menschen sich überwiegend vegan oder vegetarisch ernähren, wäre es hilfreich die extreme Verschwendung von Lebensmitteln (geschätzt 30-40% weltweit) zu beenden.
Oder die Subventionen, die Deutschland weiterhin für die Förderung fossiler Brennstoffe einsetzt, endlich zu stoppen (Bertelsmann Stiftung).
11.08.2023 Der fossile Homo sapiens
Es gibt keinen Gerichtshof, vor dem wir Menschen uns verantworten müßten, unsere Heimt vernichtet zu haben. Es gibt einen einzigen Grund, warum ein Engagement für unsere Spezies, für unsere Umwelt wichtig ist: damit wir den Widerspruch zwischen Denken und Handeln überwinden und zu glaubhaften Wesen werden können. Dadurch können wir vielleicht erstmals eine dringend erforderliche Stabilität in die Erdsysteme bringen.
Es ist nicht glaubhaft, wenn wir angeblich aus der Verarbeitung fossiler Energieträger aussteigen wollen und andererseits:
Die Firma Shell sich aus den erneuerbaren Energiegeschäft zurückzieht, um mit dem fossilen ‚Kerngeschäft‘ mehr Umsatz zu machen und ‚das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen‘ (Shell, Shell).
Ein Abkommen existiert, mit dem die fossile Energiekonzerne Länder verklagen können, um ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. (Energy Charter Treaty, ECT)
Weiterhin steigende Investitionen in die Erkundung und Förderung fossiler Lagerstätten getätigt werden, als auch in die dafür notwendige Infrastruktur, um die geförderten und raffinierten Produkte zu transportieren. (East African Crude Oil Pipeline, Gasförderung in Australien, Fracking in Kanada als Beispiele).
Siehe auch: www.350.org, Energy Watch Group, IPCC, Klimareporter.
02.08.2023 Lüge
Sich selbst zu widersprechen, somit die eigenen Ansichten zu hinterfragen ist die schwierigste aller intellektuellen Herausforderungen. Und wir sind eher nicht bereit, diese Anstrengung zu unternehmen. Also folgen wir bereitwillig der Lüge, die wir uns selbst erzählen. Es ist nicht so, dass wir uns nicht informieren und zu einer rationalen Bewertung der aktuellen Lage kommen könnten. Nein, wir wollen es nicht. Weil es bedeuten würde, dass wir unser liebgewonnenes Schneckenhaus verlassen müssten und erkennen würden: so nicht! So geht es nicht weiter. Heute ist der Erdüberlastungstag. Ab heute leben wir auf Pump, so sagt man. Ab heute verbrauchen wir mehr, als wir haben. Ok, denken wir. Dieses Jahr, im nächsten machen wir es besser. Der Elefant im Raum, die große Lüge ist: seit Jahrzehnten verbrauchen wir Zuviel und überlasten unsere Erde.
Es gibt eine Menge Sachverhalte über die wir uns belügen.

Quelle: pixabay.com
03.07.2023 Unruhe
Unruhe macht sich breit. In Frankreich ist die Straße beunruhigt und schlägt zu. Der Staat ist beunruhigt und schlägt zurück. Die deutschen Parteien sind beunruhigt über die Popularität der AFD. Das Volk beunruhigt das weniger als die Frage, welche Heizung man haben soll und wann. Die polnische Bevölkerung ist beunruhigt über die autokratische Regierung. Die Regierung ist beunruhigt über die Massenkundgebungen, also über das Volk. Viele Tausende Israelis sind beunruhigt über die zunehmend autokratische Gebärde ihrer Regierung.
Die Europäer sind beunruhigt über die Nordamerikaner, die sind beunruhigt über die Chinesen und fast alle über die Russen. Queere Menschen beunruhigen die Heteronormalen. Männer sind beunruhigt über Frauen und umgekehrt. Eltern sind beunruhigt über das Verhalten ihrer Kinder, Kinder über die Versäumnisse der Eltern. Die Einen sind beunruhigt über die Anderen. Immer öfter eskaliert die Gewalt.
Nur etwas beunruhigt Keinen:
Dass wir absolut keine Zeit mehr haben, uns gegenseitig zu beunruhigen, sondern dass wir für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zusammen anpacken müssen. Aber das tun wir nicht.
14.06.2023 Das Nicht-Gesetz
Es war einmal der gute Wille.
Der gute Wille, etwas für unsere Nachkommen zutun und dem menschengemachten Klimawandel zu begegnen. Dazu wurde ein Gesetzentwurf kreiert, der nach Meinung vieler, auch durchaus glaubhafter und kompetenter Kritiker einfach nur das Eine war: schlecht gemacht. Was dann aber folgte war eine völlig überzogene, polemische und in ihrer Sachkompetenz unterirdische Diskussion. Eigentlich keine Diskussion, sondern hysterisches Gekreische.
Hierbei ging es im Wesentlichen um Angst. Angst vor Enteignung, Angst vor Fremdbestimmung. Angst vor der Zukunft, es könnte sich etwas ändern.
So wurde der gute Wille durch zahlreiche Gespräche mit unzähligen Kompromissen zu einem noch schlechteren Gesetz. Eigentlich könnte man sagen: zu einem Nichtgesetz. Denn bis in der Sache nach den aktuellen Regeln irgendwas Substantielles passiert, sind die, die den guten Willen hatten und die, die Knüppel geworfen haben, schon längst traurige Geschichte.
19.05.2023 Die Unglaubwürdigen
Die Vertreter der sog. G7 Staaten verhandeln in Hiroshima. Am 6. Aug. 1945 wurde diese Stadt in den Morgenstunden von ‚Little Boy‘, der ersten Atombombe, die völlig absichtlich auf ein ziviles Ziel gerichtet war, völlig zerstört. Die Menschen wissen, welche Macht Atom-, als auch konventionelle Waffen haben können. Aber trotz dieses Wissens und entgegen aller Worte, die gesprochen werden, sehen wir um uns herum nur das Eine: Aufrüstung.
Obwohl die verheerenden Folgen des menschengemachten Klimawandels vor aller unserer Augen stattfinden, setzen wir nicht weniger CO2, sondern immer mehr frei. Wir nennen es auch schon Klimakatastrophe, obschon das Klima keine Katastrophe ist, sondern wir.
Baschar al-Assad, der Dikatator und Massenmörder Syriens, darf wieder im Kreis der Arabischen Liga auftreten und wird mit Bruderkuss empfangen und geehrt. Vergessen wir so schnell?
16.04.2023 Sage mir nicht!
Sage mir nicht, ich solle langsamer fahren.
Verlange nicht, ich solle Minderheiten nicht verachten und unterdrücken.
Sprich mich nicht mit dem falschen Pronomen an.
Zeige mir nicht die falschen Bilder, die mich beleidigen könnten.
Verbrenne nicht die Bücher, die mir heilig sind.
Nimm mir nicht meine Waffen weg, mit denen ich mich verteidigen will.
Erwarte nicht, dass ich rational argumentiere und mich den besseren Argumenten beuge.
Sei jederzeit verständnisvoll mit mir, denn ich bin es nicht.
25.02.2023 Schlafwandler 3.0
10 Millionen Tote im Ersten Weltkrieg, 70 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg.
Wir wissen es nicht genau, es sind nur Schätzungen. Sicherlich sind mindestens die Hälfte dieser Toten Zivilisten. Denn ein Krieg kann niemals nur innerhalb der militärischen Formationen bleiben, sondern wird zwangsläufig Kollateralschäden verursachen. Kollateralschaden ist der nüchterne Begriff für tote und verletzte alte Menschen, für verletzte, an Leib und Seele verwundete und getötete Kinder, für traumatisierte Tiere, für eine in ihrer Substanz tiefgreifend verletzte Umwelt.
Wir wandeln also wieder im Schlaf mit einem Hurra auf den Lippen, weil wir einen bösen Feind bekämpfen können, der uns überfallen hat, so weit so eindeutig.
Wieviel graunenhafter wird die Erkentnis sein, dass der Feind in uns selbst wohnt. Diese letzte Erkenntnis wird der letzte Mensch unzweifelhaft mit in Grab nehmen. Und unsere Umwelt wird dann befreit aufatmen.
Aktuelle Stellungnahme des IPPNW zum Ukraine Krieg: Stellungnahme
25.01.2023 Panzer sind wichtiger als unser Planet
Für den Ukraine Krieg erscheinen diplomatische Lösungen nicht diskussionswürdig. Dafür wird erbittert und unversöhnlich darüber gestritten, welche und wie viele Kriegswaffen (momantan im Fokus: Panzer) geliefert werden sollen/dürfen, damit keine Eskalation des Konfliktes provoziert wird.
Keiner bemerkt, dass diese jetzt beschlossenen Lieferungen eine Eskalation darstellen. Keiner will es bemerken.
Wir hätten wahrlich anderes zu tun: wir könnten unseren Planeten retten. Ist unsere erste und einzige Heimat. Wir weit wir von den Zielen der Konferenzen entfernt sind, wissen wir. Also wir könnten es wissen, wenn wir es wollten. Wir könnten es lesen: z.B. hier (Emissions Gap Report 2022 der UN). Aber was weiß denn schon die UN?!
16.01.2023 Alle sind gleich, aber einige (Männer) sind gleicher
Zur aktuellen Lage der Vermögensverteilung in der Welt gibt es einen neuen Bericht von Oxfam.
Oxfam Report 2023 (dt. Zusammenfassung)
Es ist mehr als wahrscheinlich, dass an einer durchgreifenden Änderung dieser Verhältnisse niemand wirkliches Interesse hat. Jedenfalls nicht diejenigen, denen es möglich wäre, die Verhältnisse zu ändern. Frauen und Kinder – wie sollte es anders sein – sind weiterhin die Verlierer in einem System, das Ellenbogen-gesteuert die Interessen der Starken vertritt, ausschließlich.
01.01.2023 Sylvester im T-Shirt
Offenbar schreitet die Veränderung des Weltklimas voran. Auch wenn wir uns standhaft weigern, daran zu glauben und effektiv dagegen vorzugehen.
Während wir endlich wieder fröhlich Feuerwerk zünden, unsere Haustiere sich panisch verstecken, von den Wildtieren gar nicht zu sprechen, gibt es anderswo auf der Welt wenig Grund zur Freude.
Einen Einblick in das Leben der indigenen Bevölkerung auf Guam vermittelt das Buch:
Julian Aguon „Kein Land für Achtpunktfalter“, erschienen bei Claassen, Ullstein Buchverlage Berlin 2022
Das Hunde über das Wasser wandeln können ist kein Wunder, sondern ebenfalls traurige Realität, einer sich rapide verändernden Welt.
